Arròs Brut ist eines der Identitätsgerichte der mallorquinischen Inlandsküche. Ein suppiger Reis voller Fleisch, mit Sobrasada und einer Handvoll Gewürze — Zimt, Nelken, Safran —, die dieses Gericht von jeder Paella unterscheiden. Brut heißt auf Mallorquinisch “schmutzig”; das bezieht sich auf die dunkle Farbe, die der Reis annimmt, sonst nichts.
Schlachttagsgericht und Sonntagsessen. Es wird im tiefen Topf gekocht, nie in der Paella-Pfanne. Es wechselt mit der Saison: Herbst bringt Pilze, Wild und Kohl, Frühling Artischocken, Erbsen und dicke Bohnen, Sommer leichteres Gemüse. Konstant bleiben mallorquinische Sobrasada, Zimt und Nelken.
Es ist kein schnelles Gericht. Richtig gemacht braucht der Topf fast zwei Stunden: erst das Fleisch, dann das Sofregit mit den Gewürzen, dann eine Stunde bei niedriger Flamme, bis sich die Brühe setzt, und am Ende der Reis — der suppig bleiben muss. Wenn er trocken aus dem Topf kommt, ist es kein Arròs Brut.